You`ll never walk alone

Rad3Eigentlich sollte der Titel „Allesschaffer“ werden.

Alles

Aber bei Laufkilometer 14 fand ich den jetzt gewählten passender.

Am Donnerstag sind wir in Lohsa angekommen. Das Thermometer zeigte

freundliche 28,5 Grad, immerhin 4 weniger als daheim. Die Hoffnung auf Neo war wieder da.

Am Freitag haben wir noch an den Rädern geschraubt, was man ja eigentlich nicht macht. Aber das Cage für den Sattel ist erst am Donnerstag geliefert worden.

Außerdem mußte ich Yvonnes Pedalen umschrauben, weil sie sich plötzlich

aus ihren Powertabs nicht mehr ausklicken konnte.

Startunterlagen geholt, Radstrecke teilweise angeschaut. Das war´s.

Da wir in Uhyst wohnten, war die Auswahl bzgl. essen gering. Es gab nur einen

Gasthof 🙂

Mein Carboloading war Schnitzel mit Pommes. Lecker.

Samstag klingelte um 6.30 Uhr der Wecker. Brötchen holen, Kaffee und Eier kochen und versuchen etwas zu frühstücken.

Gegen 8.30 Uhr waren wir dann am See. Die LDler schwammen im Neo, was bei mir

wieder Hoffnung weckte.

Das war allerdings nur von kurzer Dauer. In der Wechselzone wusste ein KaRi zu berichten, dass es kein schwimmen mit Neo gibt. 23,xx Grad sollen gemessen worden sein.

 

Kurze Einweisung, Landstart und los.Schwimmen war toll. Tolles Wasser, wenig Gedränge alles ok.

Auf den letzten 200 – 300 m habe ich nochmal angezogen um aus der kleinen Gruppe

zu kommen.

Mein rechter Oberschenkel quittierte das mit einem komischen ziehen….

Die ersten Schritte an Land: Krampf!

Ich war sauer. Der WK sollte jetzt so richtig beginnen und ich dehne mir einen Krampf

aus den Haxn. Langsam konnte ich loslaufen. Mittlerweile

hatten mich bestimmt 20 Leute überholt.

In der WZ gibt es ein Ritual: Ich muss mich hinsetzen. 🙂 um mir Strümpfe

und Schuhe anzuziehen. Und zack: Krampf im anderen Bein. In dem Moment kam Yvonne quitschfidel angerannt, während ich mehr oder weniger laut fluchend den Helm aufsetzte und mein Rad schnappte.

Im kleinen Gang und hoher TF bin ich los um die Beine zu lockern, was auch gut funktioniert hat.

Rad war unspektakulär. In der ersten Runde noch voll, wurde die Strecke dann immer leerer. In den Schattenpassagen war es echt angenehm, aber sobald man in die Sonne kam war es brutal heiß.

 

Nach 2.34 Stunden war ich vom Rad. Hinsetzen 🙂 Schuhe wechseln, Wasser, Visor

und los. Nach ca. 1 KM hatte ich mich dran gewöhnt. Die Hitze war wirklich heftig.

Gerne laufe ich an Verpflegungsstationen durch weil ich vor 10-11 KM nichts brauche.

Gestern habe ich bei der ersten nach 2,5 KM dankend Wasser und Schwamm genommen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so nach einem Verpflegungspunkt sehne wie gestern.

Im Ziel wurde von „40 Grad auf der Laufstecke“ gesprochen! Es war echt brutal.

An jeder Station Wasser und Schwämme, mein Schuhe waren klatschnass und tonnenschwer.

Nach 400-500 Metern war die Zunge, der Mund wieder völlig trocken, und die Gedanken

kreisten nur noch um nen Becher Wasser, den es bald wieder gibt.

Die erste Runde gingen in 57 Minuten durch.Ok. Die zweite Hälfte in 1.15 Stunde!

So ab KM 12 hat es mir den Stecker gezogen. Ich gesellte mich zu den Wanderern:

You`ll never walk alone!

Ständig nahmen Athleten ihre Nummer ab, oder saßen im Schatten, hatten das Rennen beendet.

Zwischendurch dachte ich auch daran auszusteigen. Habe mich dann aber nochmal gekühlt und bin auf Cola umgestiegen.

4 KM vorm Ziel kam Yvonne angelaufen. Sie ist konsequent und kontinuierlich ihr Tempo

gelaufen.

Sie motivierte mich mitzulaufen. Ca. 1 KM konnte ich dranbleiben, dann musste ich passen. 2 Minuten nach ihr kam ich ins Ziel. Ich habe mich so für sie gefreut, dass sie nach

dem Frühjahr wieder so stark gelaufen ist. KLASSE! Das war Yvonnes Rache für Heilbronn.

Außerdem ist sie mit 13 Sekunden am 3. Platz ihrer AK vorbeigeschrammt.

 

Nun ist der Knappenman Geschichte. Hitze kann ich nicht. Ich freue mich über die Radzeit. Schwimmen ist ok (In Zell bin ich das mit Neo geschwommen). Tja, und dass ich bei meiner stärksten Disziplin so abkacke ärgert mich kolossal. Die letzten Läufe, die letzten Koppeleinheiten liefen super. Gestern ging es nicht.

Vielleicht hätte ich beim Lauf eher was essen sollen, wer weiß.

Insgesamt bin ich mit 5.35 Stunden 15 Minuten über meiner Wunschzeit geblieben.

Schade, aber so ist es nun mal.

 

 

Der Knappenman ist eine tolle Veranstaltung. Toll und professionell organisiert.

Unzählige nette Helfer, eine tolles Orgateam, einfach ein Traum.

Trotz allem: Die Lausitz lohnt sich.

Hang loose.

Rad1

 

Yvonnes Bericht

I´m back again..??

Was waren das für letzte Jahre: Armbruch, Bauch-OP, Drüsenfieber welches mich zwei Jahre Schach-Matt gesetzt hat. Jedes Mal wenn ich dachte jetzt starte ich wieder durch kam was neues…Mein Vorsatz für 2016: „Gesundheit“. Drei Tage später für 3 Monate komplette Sportpause…Und wieder alle Pläne über Bord geworfen und alle frühen Wettkämpfe gecancelt..Ich hab so oft gezweifelt, aber auch neu gekämpft und an mich geglaubt. Das schreib ich hier nicht um irgendwelche Zeiten zu rechtfertigen, denn das kann ich gar nicht leiden! Das schreib ich, weil ich noch im April selbst nicht geglaubt habe, das die Erfolge von diesem Jahr in so kurzer Zeit möglich sind! Das hat mir Mut gemacht, bei der nächsten ungeplanten Sportpause nicht gleich den Kopf in den Sand zu stecken. Es ist trotzdem so viel möglich!! Und das beste daran: Wie hab ich mich auf jede einzelne Einheit im April gefreut und so soll es doch sein, oder??

Seit April bin ich langsam wieder ins Training eingestiegen. Unser Trainer meinte du wirst schnell wieder fit, ich glaubte nicht daran. Seit dem haben wir 5 Monate trainiert, so hart wie noch nie aber auch mit gut dosierter Intensität und ausreichend Ruhewochen. Ich wurde fitter und fitter. Trotzdem konnte ich die Mitteldistanz überhaupt nicht einschätzen, reicht die Kraft schon über die Distanz? Selbstbewusst an einen Wettkampf rangehen war noch nie meine Stärke…

Taperwoche? – Nicht meins… ich hadere, merke alle Wehwechen doppelt… Mittwoch noch mal kurz auf die Rolle gestiegen um aus meiner Taper-Lethargie zu kommen.. Was war das?? Ich kam nicht aus meiner Pedale, die Tage ging doch noch alles??? Christian musste die Platten wechseln.. 🙂 Nichts geschah, immer noch das gleiche… Gibt’s doch nicht, alles mit auf die Reise genommen und Freitag notgedrungen noch die Pedalen gewechselt. Da hatte ich schöne Wattpedalen, im Wettkampf aber nun nicht benutzt. 🙂

Die Nervosität stieg.. Wetterbericht 30 Grad.. ich hatte ja nach einem warmen Wettkampf gerufen, eventuell zu stark?? 🙂 Und dann endlich… Raceday!!! Start war um 11:00 Uhr, also noch in aller Ruhe die Wechselzone eingerichtet und die Langdistanzler angefeuert. Die übrigens mit Neo schwammen, Hoffnung bis 09:30 Uhr für uns – dann der offizielle Neoverbot! Oh nee….Wie gut das wir seit zwei Monaten ca 90% unseres Trainings im Neo absolviert haben..:)

Und dann war es auch für uns soweit, alle in die Startbox und zum ersten Landstart aufgestellt. Genial! Das Wasser war ein Traum, glasklar und herrlich erfrischend. Immer wieder waren gute Beine vor mir, gefühlt bin ich durchs Wasser geschossen, immer wieder Leute überholt und jede Minute genossen.. Mit 43 min über die Wechselschleif..Waas?? Ich hatte viel schneller geplant, aber ja auch mit Neo.:( Erste Disziplin also schon mal gar nicht nach Plan.

In der Wechselzone beim umziehen noch kurz mit Christian geplaudert und dann ab aufs Rad. Die erste Runde Strecke und Lage gecheckt, Zweite Runde dahin geflogen und in der dritten etwas Kraft gelassen. Man sollte auch nicht glauben, das es bei Hitze keinen Wind gibt, der kam nämlich teilweise schon ziemlich böig daher. Ich habe trotzdem wieder jeden Meter genossen, ich wusste Laufen würde bei den Temperaturen hart werden… Aber nützt ja nichts, nach 02:45h vom Rad runter- 10 min. unter meiner geplanten Zeit…yes. :)… ab in die Laufschuhe und los…Hier sollte sich alles entscheiden, denn ich liebe das Laufen!! Zum Glück auf den einzigen paar Schattenmetern gestartet und erst einmal ins Tempo finden- km1-05:15, nicht furchtbar schnell, aber im Plan…alles gut, bis der Schatten ein Ende hatte. 🙂 Normalerweise laufe ich die Getränkestationen durch und nehm im Lauf höchstens einen Becher mit. NICHT HEUTE. Es hat mir echt Angst gemacht, wie viele Mitstreiter am Rand kollabiert waren oder mit Startnummer mir aussteigend entgegen kamen, die Anzahl derer, die ständig gegangen sind umso höher. Mein erklärtes Ziel: Du möchtest finishen und das erhobenen Hauptes und nicht im Sani-Zelt. Also hielt ich an jedem Getränkestand an, nahm Wasser auf und bediente mich an den Schwämmen, noch nie war kaltes Wasser soooo gut!!! 🙂 Sind wir auf Hawaii? Ich kam mir vor wie Frodeno und hätte für eine Eistonne morden können. Nach jeder Station aber direkt wieder angelaufen und in meinen patschnassen Schuhen losgetrottet. Das ging wieder erwarten super und so kam ich km für km dem Ziel näher. Wir Mädels haben unterwegs uns immer wieder Daumen hoch gezeigt und uns gegenseitig angefeuert, das macht finde ich den Geist der Wettkämpfe aus, bleibt im Kopf und hilft in schwierigen Momenten!! Ein paar Staffler haben mir gestern „Respekt“ zugerufen, ich sah wohl noch verhältnismäßig gut aus.. 🙂 Unterwegs habe ich immer wieder Christian gesehen, kurz im Vorbeilaufen abgeklatscht und jedes Mal riesig gefreut, das es der andere noch fit und gut aussah..

Die letzte Verpflegungsstation vorm Ziel… das da vorn ist doch Christian oder?? Er wollte noch n bissl Quatschen. Ich rief ihm zu: Los lauf, es sind nur noch 3km bis zum Ziel, auf geht’s… Er konnte aber leider nicht mehr komplett mitlaufen, schade…Und endlich der Moderator in Hörweite.. nach 01:59 Lauf in Gesamt 05:33 ins Ziel gelaufen. Nicht die erwünschte Laufzeit aber eindeutig der Hitze geschuldet.. Trotzdem überglücklich über die geniale Gesamtzeit nach Heilbronn, wo ich letztes Jahr aussteigen wollte.

Insgesamt ein geniales Rennen, super organisiert und unglaublich herzlich! bei meinen Landsmännern. Definitiv nicht das letzte Mal, das wir dort sein werden!!

Jetzt wird einen Monat geruht und dann geht es mit frischem Kopf und Körper in die Langdistanzvorbereitung… mir ist jetzt schon langweilig… 🙂

 

 

 

 

 

Advertisements

4 Gedanken zu “You`ll never walk alone

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s