I am an Ironman

Vor einem guten Jahr fing mit der Anmeldung zum Ironman Kärnten der lange Weg zum ersten Ironman an.

Was war das für eine spannende Zeit. Ab dem 1.10. starteten wir mit dem Training. Ab Ende Okober wieder mit

dem altbewährten Team TS-Feuerreiter mit Hoppel, Pxpress und Zettel wieder in den Winterpokal, wo wir endlich mal verschont von Erkältung ordentlich Punkte sammeln konnten.

Hier und da eine Erkältung, die mich Sylvesterlauf und HM Hannover aussetzen liess, aber alles bestens.

Die erste richtige Grundlage legten wir im Trainingslager auf Lanza. 2 Wochen dort unten bei bestem Wetter mit tollen Leuten haben Spass und gute Beine gemacht.

Das Training zog an und uns knockte eine Erkältung aus. Gute 4 Wochen konnten wir nicht richtig trainieren und wir bekamen Zweifel. Der Block an der Nordsee und das Kurztrainingslager auf Mallorca brachten nnur einen Bruchteil dessen, was wir machen wollten.

Den IM 70.3 St. Pölten sagten wir daraufhin ab. Yvonnes Idee stattdessen lang und hart zu trainieren wurde auch von unserem Trainer befürwortet und so blieben wir daheim.

Die letzten 6 Wochen vorm IM holte unser Trainer nochmal die Keule raus und liess uns nochmal richtig Umfänge und Intervalle ballern. Die Methode alles oder nichts, die Zeit lief uns weg, zeigte aber Wirkung. Das sollte sich am 2.7. zeigen.

Guter Dinge und ziemlich happy fuhren wir am 26.6. ab nach Klagenfurt. Unser Hotel nur 1,5 KM vom Ironmangelände entfert war perfekt.


Mein Rad habe ich am Donnerstag zum Check gebracht, wir waren zur Registration, die Messe unsicher gemacht, und das ganze bunte Treiben genossen. Freitag dann das Rad abgeholt, nochmal Messe, Freunde treffen, eine kleine Runde schwimmen und das wars.

Der Samstag wurde spannend. Racebriefing, dann etwas Essen, die nächsten Freunde getroffen. Ironkids besucht, weil Steffens Sohn Michel dort startete. Ins Hotel die Verpflegung für Sonntag gemischt, Rad check-in ns Hotel, duschen, essen hinlegen. Etwas nervös wurde ich als innerhalb eine halben Stunde zwei mal eine Alarmanlage von irgendeinem Auto auf dem Parkplatz hupte.

Erstaunlicherweise konnte ich recht gut schlafen. Wir haben uns um 9 hingelegt und um 4 Uhr bimmelte der Wecker.

Ich war total ruhig. Runter zum Frühstück. Überall Athleten, die mehr oder weniger munter versuchten zu essen und Kaffee tranken. Ich konnte sogar 3 Toast mit Honig essen, 2 kleine Kaffee, da ich ja seit einer Woche den Koffeinkonsum auf ein Minimum reduziert hatte.

5 Uhr ab ins Taxi und ab zur Wechselzone. Im Zimmer hatte ich noch meinen Garmin gesucht, der aber nicht zu finden, also in einem Beutel in der WZ sein musste. Flaschen ans Rad, Reifen gecheckt, kleinen Gang eingelegt und Garmin gesucht…….wtf wo ist das Teil? Nicht zu finden. Ok, cool bleiben, früher ging das auch ohne.

So langsam war ich doch nervös, Yvonne blieb zum Glück ruhig und behielt die Übersicht.

Also machten wir uns auf den Weg zum Schwimmstart am Strandbad. Den Afterrace-Beutel abgegeben, etwas aufwärmen, Neo an, Vaseline an den Nacken und langsam in die Startbox. Da Neofreigabe habe ich mich in die Box 1.10-1.15 gestellt. Trotz Rolling-Start empfanden wir es als ziemlich voll. Nach 100 m die ersten überholt. Nach ca. 400 m den ersten Schlag auf den Kopf. Ok, Wettkampf, auf geht’s. Von da ab bin ich ziemlich durch die Menge, habe einen Haufen Leute überholt. Es war eng, voll, immer gab es mal wieder einen Tritt, einen Schlag, aber alles ertragbar. Wenn ich im Schwimmen bin, dann stört mich das nicht mehr. Beim Start allerdings brauche ich meine Ruhe.

Die letzten 1000m ging es durch den Lendkanal. Kann man haben, muss man aber nicht. Mir war es zu eng. Ständig anhalten, Brust, schauen, schieben, dann weiter.

Aber vielleicht hatte ich auch Pech. Ein anderer Athlet sagte, er hätte im Kanal Platz gehabt. Letzte Kurve: Schwimmausstieg: 1.14 StundenIMG_1066

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Neo bis zur Hüfte runter und los. Ca. 300 m bis in die Wechselzone. Den ersten Beutel schnappen, Zelt, hinsetzen (wie immer), und in Ruhe umziehen.

Da der Garmin ja verschwunden war, habe ich mein Handy (für die Selfies von Yvonne und mir im Ziel) mit Tape (für was auch immer im Beutel) an die Basebar geklebt, damit ich ne Uhr habe. Schließlich muss das ausgeklügelte Gelgemisch alle 20 Minuten zugeführt werden.

Rad am Sattel und wieder 300m zum Ausgang Wechselzone. Nach 3-400m der erste u-Turn. Kurz danach sehe ich Sina und Kerstin, 2 Kolleginnen von Yvonne, die zum Support da sind.

Kurz vorm 2. U-Turn kommt Yvonne mir entgegen. Während ich meine Schwimmbrille gerichtet habe muss sie mich überholt haben.

Am Anfang erstmal mit ner kleinen Übersetzung losgekurbelt. Ich wurde nur überholt…….Am ersten Hügel merkte ich, dass ich schwere Beine habe. Oje, das kann was werden. Nach 30 KM der Faaker Berg. Geile Stimmung, Spass, Musik, man konnte locker hochrollen. Nach ca. 60 KM kam dann der gefürchtete Rupertiberg, der allerdings sehr gut zu fahren ist. Da er quasi 3 Stufen hat, und man sich so immer „erholen“ kann.

In der zweiten Runde hatte ich das Gefühl, dass meine Oberschenkel zumachen. Latentest Krampfgefühl machte sich breit. Meine Angst vorm Ruperti wurde größer.

Aber auch nach 150 KM liess er sich mit Anstand nehmen, jetzt noch ein paar Wellen und dann rollst du in die Wechselzone. 6.29 Stunden…Katastrophe

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An der Mountline waren 2 Athleten vor mir, die sich erstmal dehnten und dann langsam losgegangen sind. Ich konnte direkt locker laufen, was mir ein verdammt gutes Gefühl gab. Hatten wir doch wenig gekoppelt. Rad an den Ständer gehängt, weiter Richtung Klamottensack, kurz ne Schleife und mit meinen 300€ Radschuhen aufs Dixi…..ging leider nicht anders…..

Umziehen, Visor und Brille auf den Kopf, Verpflegung, Beutel wegschmeissen und los.

Geil, vom ersten Meter an guter Schritt, keine stakeligen Beine, lockerer Rhythmus, das war cool. Nach 1,5 KM sehe ich Steffen, Yannis und Michel stehen. „Das sieht richtig locker aus“ brüllt Steffen, und überpace nicht. Blick auf die Uhr: 5.31….oje. Ich brauchte bis KM 6, um mein Tempo auf ca. 6 Minuten zu reduzieren. Das war die Pace, die ich laufen wollte. Es ging super. Ständig konnte ich überholen, ein paar Outfits kannte ich noch vom Rad, das waren die Kollegen, die mich da überholt hatten.

Ich sehe unsere Nachbarn, die auch zum Support da waren. Torsten, Yvonne und Mathes, die ihren Urlaub nach Kärnten gelegt haben um uns zu unterstützen. Einfach großartig solche Leute an der Strecke zu haben.

Die ersten 10 KM gingen in 59 Minuten. Geil! Ich war auf Kurs. Der lange Weg in die Stadt wurde zäh. Ab KM 16 war beissen angesagt. Den HM in 2.08, auch das passte noch.

Ab KM 25 wurde ich schwach. Steffen lief neben mir her. „Was ist?“ Mir ist schlecht, glaube ich muss kotzen, war meine Antwort.

„Ok, kotz und lauf weiter, hopp“, war Steffens Antwort. Bei KM 27 war es knapp. Ich wollte gehen, konnte meinen Kopf aber besiegen und lief weiter. Jetzt musste der Zaubertrank her. Unglaublich. Nach vielleicht 7-8 Minuten wurden die Schritte leichter, ich lächelte wieder und hatte meinen feinen, lockeren Rhythmus wieder.

„Und, haste gekotzt?“ Nee, geht wieder, rief ich zurück. Alles wunderbar:

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Steffen und Yvonne begleiten mich kurz 🙂

Ich glaube hier waren es noch ca. 12 KM. Hammer, gleich nur noch 10, dann einstellig, mir geht’s super. Auf dem Weg in die Stadt am Kanal an einer Kneipe Riesenstimmung. Im Vorbeilaufen singe ich den Refrain von YMCA mit….nicht meine Musik, aber ich war gut drauf.

In der Fussgängerzone der letzte U-Turn, mit der Sprecherin abgeklatscht, einen Krampf (nach37KM) rausgedehnt und Richtung Ziel. Hey da kommt Yvonne:

Im Vorfeld hatten wir gerechnet. Meine Meinung war ich brauche 30 Minuten vor ihr. Allerdings hatte ich nur 20 nach Rad, nun trieb sie mich vor sich her. ….und sah aus, als würde sie 5KM joggen. WAHNSINN! Diese Leichtfüssigkeit ist unglaublich.

Das KM-Schild 40 kommt, ich kanns kaum glauben. 41, wie geil, wie unwirklich. Du bist 3,8 KM geschwommen, 180 KM Rad, und jetzt41 gelaufen. Gleich bist du ein IRONMAN.

JAAAAAAAAAA, mein erster Jubelschrei mitten im Europa-Park. Rechts Verpflegung, links geht’s in den Zielkanal. JAAAAAAAA, ich kann es nicht glauben. Die Zuschauer jubeln, klatschen, ich brülle wieder JAAAAAAAA klatsche Hände ab, die sich mir entgegenstrecken. JAAAAAAAAAAAAAAAAA, die letzte Kurve: Da ist der Zielbogen……..

Ich gehe, sehen den Kommentator: Christian, you are an Ironman! Wir klatschen ab.

Die Cheerleader tanzen. Ich mache mit Ihnen La Ola. JAAAAAAAAAAAAAA, abklatschen. Ich glaube es war Steffen.

Ich gehe die Rampe hoch, Tränen in den Augen.

Ich habs geschafft.

I am an Ironman!

 

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Medaillen:

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7 Gedanken zu “I am an Ironman

  1. Wahnsinn ihr zwei! Das habt ihr euch hart erkämpft und wirklich großartig gemacht. Was für ein langes Jahr hinter euch liegt und dann seid ihr tatsächlich einfach zu über die Ziellinie spaziert. Herzlichen Glückwunsch!

    Ich weiß noch wie gestern, als ich vergangenes Jahr meinen ersten Ironman absolvierte und nun schon den zweiten in den Beinen habe… Herrlich.

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